Senefelder-Schule

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Vorlesetag

Vorlesen begeistert Leser wie Zuhörer am Bundesweiten Vorlesetag 2017

Glänzende Augen, aufmerksame Stille, interessierte Teilnahme - Vorlesen ist einer der wohl  einfachsten Wege, Kinder zu begeistern. Darüber hinaus fördert man sie auch noch in ihrer Entwicklung, z.B. hinsichtlich der Erhöhung ihrer Konzentrationsspanne und der Verbesserung des Wortschatzes.

Aus diesen Gründen bietet Nicole Göttler dieses Jahr das P-Seminar Vorlesen an der Senefelder-Schule mit dem Ziel an, im Rahmen verschiedener Aktionen Erwachsenen das Vorlesen wieder näher und Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. Besagte Projekte gilt es von den sieben P-Seminar-Teilnehmern selbst zu organisieren, um Erfahrungen in der Projektplanung sowie -durchführung zu sammeln und sich so auf das Studium und Berufsleben vorzubereiten.

Es war also nur selbstverständlich, dass sich die Schüler als Einstieg in ihr Vorleser-Dasein am Bundesweiten Vorlesetag, einer Initiative der ZEIT, der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn-Stiftung, beteiligten. Neben gutem Willen bedurfte es jedoch auch einiger  Vorbereitungen: Eigenständig gingen die Schüler Anfang Oktober, geteilt in zwei Gruppen, auf den evangelischen Kindergarten „Unter dem Regenbogen“ und die Treuchtlinger Grundschule zu und baten, dort am Freitag, den 17. November 2017, vor kleinen Gruppen vorlesen zu dürfen. Nach erhaltener Erlaubnis machten sich die Schüler in beständiger Absprache mit den gastgebenden Einrichtungen in der Stadtbibliothek an das Heraussuchen altersgerechter Bücher, die Erstellung von zum jeweiligen Buch passenden Bastelprogrammen zur Vertiefung des Erlebnisses und an die Einteilung der Gruppen. Die ausgemachten buchspezifischen Abläufe für den Vorlesetag und insbesondere das lebhafte Vortragen eines Textes mussten die Oberstufler natürlich selbst üben. Dabei wurden sie aber nicht allein gelassen: Frau Pflanz von der Stadtbücherei Oettingen gewährte den Schülerinnen und Schülern vor den Herbstferien einen Einblick in den Ablauf eines Vorlesetags und gab ihnen wertvolle Tipps für die Gestaltung der Vorleseaktion. Zusätzlich wurden die Q11ler von Alex Seubert hinsichtlich der richtigen Atem- und Sprechtechnik sowie des richtigen Stimmeinsatzes gecoacht.  Anfangs war ihnen zwar trotzdem noch etwas mulmig zumute war, aber mit den Übungen gewannen sie schnell an Sicherheit und das Lampenfieber wich bald einer angenehmen Vorfreude.

Für die Grundschulgruppe der P-Seminarteilnehmer begann der Vorlesetag um 8 Uhr im Zimmer der 2b. Die Klasse wurde halbiert und dann wurden die Kinder einem Vorleserduo zugeteilt. Gebannt lauschten die Grundschüler während der folgenden halben Stunde der Geschichte von Bibi und ihrem himmelblauen Schweinchen Jo bzw. den Erlebnissen des kleinen Lords. Auch beim Basteln von Postkarten und Wäscheleinen nach dem Ende der Geschichten waren sie mit vollem Eifer dabei. Die anwesenden Lehrkräfte staunten nicht schlecht darüber, ihre jungen Schüler nicht nur so ruhig und fasziniert zuhören, sondern auch kreativ und enthusiastisch mit den Vorlesern basteln und schreiben zu sehen - waren sie doch eigentlich mit anwesend, um im Fall der Fälle für Ordnung und Stille zu sorgen. So konnten sie die Gunst der Stunde aber nutzen, um sich auch den bunten Abenteuern hinzugeben. Alle waren sich am Ende einig: Vorlesetage kann es gerne öfter geben.

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Auch in der Senefelder- Schule selbst gab es großen Zuhörerandrang als Barbara Seubert den größten Raum der Schule um 9 Uhr nutzte, um allen Schülern, die ihre erste Pause gern durch spannende Geschichten versüßen lassen wollten, vorlas.

Zur selben Zeit begann die Kindergartengruppe, ihre Programme einzeln vor jeweils circa 10 Kindern und führte diese sogar zweimal durch, damit alle drei Gruppen des Kindergartens das Vorlesen vollständig genießen konnten. Beim Vortrag von Julia Neumann war sogar die lokale Presse anwesend, um von dem besonderen Engagement Jugendlicher für das Vorlesen berichten zu können. Auch bei den ganz Kleinen war die Resonanz ausschließlich positiv: Die Kinder saßen gebannt auf ihren Stühlen und lauschten der Geschichte der Monsterjäger, der des kleinen Eisbären Ole und der der zwei kleinen Hände, denn es war nicht nur Zuhören angesagt, sondern auch das Mit- und Nachmachen von Handlungen und Geräuschen bei bestimmten Textpassagen. Mit gespitzten Ohren hörten die Kinder der Stimme ihres Vorlesers zu und warteten gespannt auf ihren nächsten Einsatz. Die mit dem eigenen Namen versehene Zuhörerurkunde hat sich also jedes der Kinder redlich verdient.

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Auch nächstes Jahr wollen die Seminarteilnehmer gerne wieder am dritten Freitag des Novembers am Vorlesetag teilnehmen, möglicherweise sogar bei denselben Kindergruppen. Ihre diesjährigen guten Erfahrungen bestärkten sie nur in ihrer Überzeugung von der Wichtigkeit des Vorlesens und in ihrem Wunsch, Treuchtlingen 2018 zu Deutschlands Vorlesestadt aktiv zu machen, also der Stadt, die in Relation zu ihren Einwohnern die meisten Vorleser aufweist. Schließlich wirbt das P-Seminar genau dafür: eine größere Präsenz des Vorlesens. 

Ali Koc, Diana Dianow, Melissa Hein, Andrea Hopf, Julia Neumann, Larissa Thieme, Lars Walczyk