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Gemeinsam mit ihren Begleitlehrkräften Claire Faucher und Laurianne Gérald verbrachten die französischen Gäste abwechslungsreiche Tage in Treuchtlingen und Umgebung. Untergebracht in deutschen Gastfamilien, erhielten sie dabei unmittelbare Einblicke in den deutschen Alltag und das Familienleben.
Die Schulpartnerschaft zwischen der Senefelder-Schule und dem Collège Jean Rebier besteht bereits seit 1991 und zählt damit zu den langjährigen deutsch-französischen Schulpartnerschaften in Mittelfranken. Der Austausch wird auf deutscher Seite maßgeblich von den Lehrkräften Johannes Schleißheimer und Demet Pek organisiert und begleitet. Ziel ist es, nicht nur die Sprachkenntnisse zu verbessern, sondern vor allem persönliche Begegnungen zu ermöglichen, Vorurteile abzubauen und das interkulturelle Verständnis zu stärken.
Erstmals gemeinsam mit dem Zug unterwegs
Eine Besonderheit gab es in diesem Jahr bereits bei der Anreise: Zum ersten Mal reisten die französischen Schülerinnen und Schüler mit dem Zug nach Treuchtlingen. Auch sämtliche Ausflüge während des Aufenthalts wurden mit der Bahn unternommen. So wurde das Bahnfahren selbst zu einem Teil des gemeinsamen Erlebens und bot Gelegenheit, die Region und ihre Städte auf umweltfreundliche Weise zu entdecken.
Nach der Ankunft am Mittwochabend stand am Donnerstag zunächst das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt. Bei einer Erkundung Treuchtlingens und einer Schulhausführung, die Schülerinnen und Schüler des Oberstufenkurses übernahmen, konnten sich die französischen Gäste mit ihrem Gastort vertraut machen. Außerdem produzierten die Jugendlichen gemeinsam Videos, die beim Deutsch-Französischen Abend präsentiert werden sollten.
Ein Abend voller Begegnungen und französischer Hits
Der Höhepunkt der ersten Tage war der Deutsch-Französische Abend am Freitag. Nach der Begrüßung durch Schulleiter Manfred Roppelt verbrachten die Gastfamilien und die französischen Gäste einen geselligen Abend miteinander. Die zuvor erstellten Videos gaben Einblicke in die gemeinsamen Aktivitäten und zeigten, wie schnell die Jugendlichen miteinander ins Gespräch gekommen waren.
Für besondere Stimmung sorgte das gemeinsame Singen französischer Hits und Klassiker. Das von den Eltern mitgebrachte Buffet mit zahlreichen Köstlichkeiten rundete den Abend kulinarisch ab. Die Veranstaltung machte deutlich, dass Verständigung nicht allein über die Sprache funktioniert: Gemeinsames Essen, Musik und persönliche Begegnungen schaffen Verbindungen, die über Ländergrenzen hinweg Bestand haben.
Das Wochenende verbrachten die französischen Schülerinnen und Schüler in ihren Gastfamilien. Diese nutzten die gemeinsame Zeit für individuelle Unternehmungen und Ausflüge, unter anderem nach Nördlingen und auf die Willibaldsburg in Eichstätt. Dadurch lernten die Gäste nicht nur Sehenswürdigkeiten kennen, sondern erhielten auch einen persönlichen Einblick in das Leben und die Kultur ihrer Gastregion.
Geschichte, Kultur und kreative Entdeckungen
Am Montag führte ein Ausflug nach München. Dort setzten sich die Jugendlichen bei einer Führung durch die Synagoge und beim Besuch der Gedenkstätte Weiße Rose mit unterschiedlichen Aspekten jüdischen Lebens sowie mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus auseinander. Eine Fotorallye durch die bayerische Landeshauptstadt brachte anschließend auf abwechslungsreiche Weise die Stadtgeschichte näher. Stationen wie der Alte Peter, der Viktualienmarkt und der Frauendom boten Gelegenheit, typische Münchner Sehenswürdigkeiten zu entdecken.
Am Dienstag ging es nach Nürnberg. Im Dürer-Museum konnten die Jugendlichen bei einem Workshop selbst kreativ werden und Linoldrucke anfertigen. Bei einer anschließenden Stadtrallye erkundeten sie die fränkische Metropole. Ein gemeinsames Würstelessen in einem Restaurant sorgte für einen gemütlichen Abschluss des Ausfluges und durfte bei einem Besuch in Nürnberg natürlich nicht fehlen.
Am Mittwoch nahmen die französischen Gäste gemeinsam mit ihren Austauschpartnern am Unterricht der Senefelder-Schule teil. Dabei stellten sie so manche Unterschiede zwischen dem deutschen und dem französischen Schulalltag fest. Gerade solche unmittelbaren Erfahrungen machen den besonderen Wert eines Schüleraustausches aus: Die Jugendlichen lernen, andere Gewohnheiten und Sichtweisen wahrzunehmen, miteinander zu vergleichen und besser zu verstehen.
Interkulturelles Lernen, das verbindet
Ob im Unterricht, bei gemeinsamen Ausflügen, in den Gastfamilien oder beim Singen französischer Lieder – während der Austauschwoche gab es zahlreiche Gelegenheiten, die jeweils andere Kultur kennenzulernen. Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre Sprachkenntnisse in authentischen Situationen anwenden, neue Freundschaften schließen und Gemeinsamkeiten entdecken. Gleichzeitig lernten sie, Unterschiede nicht als Hindernis, sondern als Bereicherung zu begreifen.
Möglich gemacht wurde der Besuch auch durch die Unterstützung des Bezirks Mittelfranken im Rahmen der Regionalpartnerschaft zwischen Mittelfranken und der französischen Region Nouvelle-Aquitaine. Die langjährige Schulpartnerschaft zeigt eindrucksvoll, wie wichtig solche Begegnungen für ein lebendiges und geeintes Europa sind.
Am Donnerstagmorgen hieß es schließlich Abschied nehmen. Die französischen Gäste traten die Heimreise an – mit vielen neuen Eindrücken und hoffentlich zahlreichen bleibenden Erinnerungen im Gepäck. Lange warten müssen die Jugendlichen auf ein Wiedersehen nicht: Der Gegenbesuch in Isle ist bereits für März 2027 geplant. Dann werden die Treuchtlinger Schülerinnen und Schüler die französische Partnerstadt kennenlernen und die deutsch-französische Freundschaft weiter vertiefen.